Betriebliche Altersvorsorge: Wie Sie als Arbeitnehmer richtig vorsorgen!

Ein Klassiker der Altersvorsorge ist die betriebliche Altersvorsorge, kurz auch Betriebsrente genannt. Doch welche Vor- und Nachteile bietet diese und warum lohnt sie sich für alle Beteiligten?

Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf die betriebliche Altersvorsorge. Arbeitgeber können diese als freiwillige Leistung anbieten, um so eine Bindung zum Betrieb zu schaffen. Die betriebliche Altersvorsorge wird meistens vom Arbeitnehmer finanziert. Hierfür wird die sogenannte Entgeltumwandlung genutzt. Jeder Arbeitnehmer hat die Chance einen Teil des Brutto-Gehalts (maximal 4% der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung (West) / 3.048 EUR) oder Sonderzahlungen (Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld etc.) in Beiträge für die betriebliche Altersvorsorge umzuwandeln und dadurch eine Zusatzrente aufzubauen. Diesen Anspruch hat dabei jeder in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversicherte Arbeitnehmer.

Die Vorteile von Entgeltumwandlung finden sich in den Steuern und in den Sozialabgaben wieder. Die Beiträge werden nicht aus dem bereits versteuerten Netto-Einkommen entnommen, sondern vom Bruttogehalt abgezogen. Als Beispiel nehmen wir einen Arbeitnehmer mit 2.500 EUR Bruttoverdienst (Steuerklasse I). Zahlt dieser monatlich 100 EUR in die betriebliche Altersvorsorge ein, reduziert sich sein Bruttogehalt auf 2.400 EUR, dadurch spart er Steuern und Sozialabgaben in Höhe von rund 48 EUR. Sein Nettogehalt reduziert sich trotz der 100 EUR Einzahlung somit lediglich um rund 52 EUR.

Ohne den Arbeitgeber ist dabei nichts möglich!

Zwar hat der Arbeitnehmer ein Recht darauf betrieblich für das Alter vorzusorgen, jedoch entscheidet der Arbeitgeber in welcher Form und mit welchem Anbieter dies passiert. Für den Arbeitnehmer ist es optimal, wenn der Arbeitgeber die Beiträge selbst übernimmt oder den Arbeitnehmer finanziell in der Betriebsvorsorge unterstützt. Diese Unterstützung wird ab dem Jahre 2018 sogar verbindlich. Der Arbeitgeber hat dann die Pflicht mindesten 15 Prozent des Sparbetrags dazu zu geben, da er diesen in den Lohnnebenkosten aufgrund des reduzierten Bruttogehalts spart.

Das Geld, welches beim Arbeitgeber landet, ist hierbei sicher angelegt. Denn selbst wenn der Arbeitgeber insolvent gehen sollte, ist die eingezahlte Vorsorge garantiert. Hierbei gilt jedoch, dass im Gegensatz zu anderen Vorsorgeformen, die Betriebsrente nicht ausgezahlt wird, bevor der Arbeitnehmer das Rentenalter erreicht hat.

Wieso verzichten so viele Arbeitnehmer auf die betriebliche Altersvorsorge?

In der Rentenphase muss die Betriebsrente komplett versteuert werden. Grundsätzlich kann man sagen, dass es für Arbeitnehmer angesichts der vielen Altersvorsorgemöglichkeiten schwierig ist, sich für das passende Konzept zu entscheiden. Egal, wofür sich der Arbeitnehmer entscheidet, in der Auszahlungsphase müssen die Leistungen versteuert werden. Bei der betrieblichen Altersvorsorge kommen zusätzlich noch Krankenversicherungsbeiträge hinzu.

Genauso muss beachtet werden, dass die Ansprüche auf die Rente geringer werden. Zwar werden in der Ansparphase Sozialabgaben gespart, zahlt jedoch weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein und erhält daher auch weniger Rente.

Lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge überhaupt?

Wenn sich der Arbeitgeber beteiligt und ein gutes Produkt wählt kann man sagen, dass sich die betriebliche Altersvorsorge in den meisten Fällen lohnt. Man sollte grundsätzlich jedoch die Situation des Einzelnen betrachten.

Durch die rechtlichen Änderungen, die durch das Inkrafttreten des Betriebsrentenstärkungsgesetzes ab 2018 für Arbeitgeber verpflichtend sind, steigt die Attraktivität der betrieblichen Altersvorsorge für Arbeitnehmer.

Gern beraten wir Sie und Ihren Arbeitgeber rund um das Thema betriebliche Altersvorsorge und stellen Ihnen unterschiedliche Branchenlösungen vor. Als Makler haben wir die Möglichkeit, ein individuelles Versorgungskonzept für Sie zu erarbeiten.